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Freitag, 20. März 2009, 10:56

exokrine pankreasinsuffizienz bauchspeicheldrüse pankreas

exokrine pankreasinsuffizienz bauchspeicheldrüse

da wir inzwischen seit oktober 2007 versuchen unseren robert optimal einzustellen und es so lange gedauert hat, möchte ich meine erfahrungen veröffentlichen.
ich hoffe, das betroffene das ein oder andere für sich verwenden können.

der betroffene: robert ein zwergschnauzerrüde geb. dezember 2005

der anfang:
mitte 2007 robert wurde immer weniger, die haut schuppte und sein fell ging aus. etwa oktober 2007 bekam er gelben kot und setzte wahnsinnige mengen ab (bis zu 8 riesenhaufen am tag)
das bewegte mich dazu, sein futter umzustellen. leider bewirkte es das gegenteil, die symtome wurden schlimmer, der stuhl wurde schleimig und er nahm ständig wieter ab. beim tierarzt verabreichte man ihm etwas gegen durchfall. eine kurze besserung trat ein. zwei wochen später war alles beim alten.
inzwischen hatte ich schon kontakt zu rita, die mir zu frischfütterung riet und mir nahe legte nochmals zum tierarzt zu fahren.
das mit dem tierarzt habe ich sofort erledigt, nur mit der frischfütterung hatte ich noch ein paar probleme.

gesagt getan, da roberts vorgänger durch fehldiagnosen mehrerer tierärzte fast verstorben wäre, drängte ich auf eine umfangreiche untersuchung. sprich großes blutbild und stuhlprobe untersuchen zu lassen.
kurz vor dem wochenende bekam ich dann die diagnose exokrine pankreasinsuffizienz. ich konnte damit nichts anfangen und versuchte mehr darüber herauszubekommen.

da ich unseren terärzten hier nicht so sehr vertraue, bin ich mit dem ergebnis zur tierklinik in bramsche gefahren.
da wurde mir das ergebnis noch einmal bestätigt und mir wurde zwei paletten hill´s id prescription diet und eine dose pancex vet mitgegeben.

der verlauf

ich sollte das futter eine halbe stunde vor verabreichung mit dem pulver anrühren, damit es das futter zersetzen kann. so roch das ganze auch. ich hätte mich fast daneben gelegt! dieser fiese stinkige brei klebte in roberts bart und war nur mit viel wasser wieder zu entfernen. der bart wurde rot und robert nahm nicht wirklich zu.
außerdem war das zeug schweine teuer! wenn es wenigstens geholfen hätte!

dann schubste rita mich ganz sanft in die barfecke und nahm mir meine letzten bedenken. schlimmer als dieser stinkebrei konnte es ja nicht kommen!
ich bekam eine übersicht, was man in diesem speziellem fall füttern darf und was man unterlassen sollte.
bei dieser erkrankung wird tierisches fett schlecht vertragen, das futter muß leicht verdaulich sein und darf keine knochen und sehnen enthalten. das macht das ganze komplizierter, fett auf die rippen zu bekommen.
Jeder Hund ist unterschiedlich. es gibt Hunde die vertragen, kein eiweiß, andere keine kohlenhydrate oder fett.

im anhang schreibe ich den futterplan gesondert auf.

ich fütterte zuerst 3% seines körpergewichtes, was leider nicht ausreichte. ich steigerte das futter langsam auf 5%
das problematische war, das er bei zu großen futtermengen starke bauchschmerzen bekam. inzwischen waren wir bei 4 mahlzeiten am tag. spaziergänge/joggen wurden von 2x 1stunde auf 10min pro gang verkürzt, da er bei größeren anstrengungen gewicht verlor. man konnte ihm praktisch beim abnehmen zuschauen.

zwischendurch nahm robert wieder ein paar gramm zu, was mich immer ganz euphorisch werden ließ. leider waren diese gewichtszunahmen immer nur von kurzer dauer.
ich versuchte alles mögliche über diese krankheit herauszufinden. zusätzlich waren wir angehalten halbjährlich roberts werte zu kontrollieren. mit dem ergebnis, das wir 250€ ärmer waren und eigentlich keine neuen erkenntnisse hatten.
man sagte mir, das robert für seine krankheit eigentlich ganz gut aussah ich solle mir mal andere hunde anschauen! was für ein trost!!!

mir ließ das keine ruhe… ich hatte bedenken, das wenn ein lebewesen die ganze zeit so dürr ist, das es sicherlich anfängt die organe oder zumindest die fettschichten, die die organe umschließen und schützen sollen verdaut.
das konnte meiner meinung nach nicht gut sein!
ich griff nach jedem strohalm.
im urlaub letztes jahr wurde robert plötzlich mopsig. leider hatte ich auf einmal so viel geändert, das ich nicht mehr sagen konnte, was die besserung brachte.

ich hatte ihm nur noch gewolftes fleisch gefüttert, haronga globulis gegeben, kondensmilch ins wasser, von 4 auf zwei mahlzeiten wegen der urlaubsaktivitäten und ich hatte das futter statt 30min mindestens 8 stunden mit dem pankreatin (das hatten wir auch geändert von pancrex vet auf pankreatin) eingeweicht.

leider dauerte der erfolg nicht lange an!
robert nam wieder ab und hatte nach wie vor durchfälle, teilweise blutig mit heftigem bauchgrummeln sprich ständige bauchschmerzen. außerdem wurde er immer nervöser. selbst eine klappende schranktür ließ ihn vor schreck erstarren.
da ich wusste, das sein b12 aufgrund der blutbefunde schlecht war, gab ich ihm dieses in form von Tabletten, was aber offensichtlich nichts half.

ich fuhr zum tierarzt und ließ ihm vitamin b12 spritzen. das kostete 10 euro und ich solle nun alle zwei tage vorbeikommen. teure angelegenheit!!! aber es half nach kurzer zeit war robert nicht mehr so fahrig und schreckhaft. wenigstens das hatten wir im griff!
da ich artzhelferin bin, traute ich es mir zu, robert selbst so zu spritzen.
ich verabreichte ihm eine kur von 4wochen lang 1x die woche eine b12 spritze. dann 4 monate pause und den wert kontrollieren lassen. das steht nächste woche an. wenn der schlecht sein sollte wieder eine 4wochenkur.

nun war ich wieder einmal sehr verzweifelt und einige forenuser baten ,mir ihre hilfe an. mir wurde von einem herrn berichtet, der wahre wunder vollbringt.
ich bin also dort hingefahren. der nette herr kam mir irgendwie nicht ganz geheuer vor. sicherlich hätte das ein oder andere vielleicht etwas bewirkt, aber er versuchte mir einzureden, das ich mich zu sehr auf die krankheit versteife. mein robert hätte nichts mit der bsd?! außerdem versuchte er mich gleich bei meinem zweiten besuch als eine art verkäuferin, seiner angebotenen produkte zu rekrutieren.
das hat mich so abgeschreckt, das ich dort nicht mehr hingefahren bin. trotzdem danke für den tipp, woher konnte ma n das ahnen. es hätte ja auch funktionieren können.

noch ganz verschreckt von dem ereignis berichtet ich hanifeh/sanine von meinem erlebnis.
die hörte sich ganz geduldig meine/roberts geschichte an. dann stellte sie mir ein paar fragen und erklärte mir, was man in diesem fall mal probieren sollte.

das erste mal erklärte man mir, das es fatal wäre dieses pulver dauerhaft in unkontrollierten mengen zu geben.
die problematik liegt daran, das dieses pulver der bsd die ganze arbeit abnimmt und sie dadurch unter umständen ganz die arbeit einstellt .

wir versuchten als erstes die gereizte darmflora und sein angeschlagenes immunsystem zu stabilisieren.
da es in der homöopathie immer auf den Eenzelfall ankommt schreibe ich hier nicht auf um welche tropfen es sich handelte. die darmflora haben wir mit symbio pet prima wieder in den griff bekommen!

dann sollte ich das pulver ganz langsam reduzieren. zusätzlich habe ich robert zur mahlzeit jeweils eine bestimmte dosis eines homöopathischen mittels gegeben, welches die bsd anregt wieder selber tätig zu werden. das die dosierung und art des medikament vom einzelfall abhängt vermeide ich auch hier bewusst den namen.

ich konnte woche um woche das pulver reduzieren und robert nahm stetig zu. er sah prächtig aus und es ging ihm so gut wie nie.
ich war dazu angehalten den kot von robert im auge zu behalten. der sah aus wie der kot eines gesunden hundes!

in meinem eifer reduziert ich das pulver immer mehr. der kot sah ja prima aus!
leider nahm robert wieder rapide ab.

völlig am boden zerstört berichtet ich hanifeh/sabine davon.
sie riet mir sofort das pulver wieder zu erhöhen. allerdings auf die menge, wo er mit ausgekommen ist und zunahm.
nach dem motto so viel wie nötig so wenig wie möglich.

zusätzlich sollte ich robert dinkelnudeln unters futter geben.

zusätzlich habe ich die ration auf 8% seines körpergewichtes erhöht und ich füttere nur noch zwei mal am tag!

ich bin zu der erkenntnis gekommen, das robert für den verdauungsvorgang so viel energie verbraucht, das es besser ist auch zwei portionen umzustellen.
das ist allerdings meine erfahrung und kann sicherlich bei anderen hunden anders sein.

das ist nun das ergebnis der letzen 6 wochen.
http://www.directupload.net/galerie/102831/986wIN2m7I/0


futterplan

mengen müssen individuell herausgefunden werden


(450gr) fleisch gewolft

ich füttere: reines muskelfleisch ohne sehnen und knochen, das kann sein: rind, pferd, känguruh, lamm, wild, antilope, geflügel (verträgt robert nicht so gut)
rinder/lamm/pferdeherz, außerdem verträgt robert blättermagen und lammpansen…was nicht jeder Hund mit dieser Erkrankung verträgt.


(120g) gemüse/obst

banane, brokkoli, blumenkohl, möhren, papaya, zuccini, aubergine, fenchel, paprika, kräuter, gurke… wichtig ist, das es sich um säurearme lebensmittel handelt und das sie gedünstet und püriert werden.
zur not und im urlaub funktioniert auch gemüsegläschen sehr gut.

(100g) dinkelnudeln sehr matschig gekocht oder alternativ 3 el dinkelmehl mit wasser vermengt zum brei kochen.

das ganze am vorabend mit dem pankreatin anmixen.

morgens bekommt er 2 vitamin k tropfen und 3lachsölkapseln und diese Tablette, die die bsd anregt.

dann bekommt er mittags (mit Magermilch selbstgemachtes!) kefir (vorsichtig anfangen am besten mit einem el.)

abends bekommt er cd vet micro mineral oder hokamix pulver über das futter.
außerdem 2el öl. das kann sein… leinöl, walnußöl, rapsöl, distelöl, wichtig das es sich um Omega 3 fettsäurehaltiges öl handelt!
und wieder diese tablette.

ab und zu gibt es auch nüsse oder kokosflocken, sonnenblumenkerne über das futter.

nun hoffe ich, das robert weiter zulegt! bevor ich das futter reduziere werde ich als erstes wieder ausgiebe spaziergänge anordnen.
vielleicht können wir schon bald wieder gemeinsam joggen. das würd mir auch gut tun!

alles liebe und ganz ganz viel gesundheit!!
sandra

2

Freitag, 20. März 2009, 11:41

Hallo Sandra,
ich habe Deinen ausführlichen Bericht mit grossem Interesse gelesen und kann mich sehr gut in Deine Situation hineindenken.
Ähnliches habe ich mit Cora in den Jahren 2006/07 durchgemacht.

Auch ist mir beim Lesen Deiner Geschichte wieder einmal klar geworden, dass einem sehr oft die richtigen Menschen zum richtigen Zeitpunkt begegnen.
Alles Gute weiterhin für Robert und Dich natürlich.
Signatur von »cora« Dixi, Cora und Tessy im Herzen

Riho

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3

Freitag, 20. März 2009, 13:15

Hallo Sandra,

kleine Anmerkung am Rande -

Distelöl enthält die höchste Menge an Omega-6-Fettsäuren und ist somit für die Frischfleischernährung nicht geeignet. Im Fleisch sind reichlich Omega-6-Fettsäuren enthalten und wir müssen mit Omega-3 gegensteuern. Darum kein Distelöl für frisch ernährte Hunde.

Grüße von
Rita
Signatur von »Riho« Tue und lebe, was du für richtig hältst und vertraue dir. Alles andere ist Energie- und Zeitverschwendung.
Andreas Neumann

4

Freitag, 20. März 2009, 14:39

gut das du das erwähnst

das öl ist mir dazwischen gerutsch.

worauf ich noch einmal hinweisen möchte:

meine tüfteleien können nicht auf jeden hund 1zu1 übernommen werden, da es verschiedene krankheitsverläufe gibt.
wie bereits im text erwähnt, gibt es hunde, die keine eiweiß vertragen, andere kohlenhydrate oder fett.

genau aus diesem grund habe ich es bewusst vermieden die medikamente beim namen zu nennen.

es wird niemanden erspart bleiben, selber zu tüfteln und zu experimentieren. allerdings kann der leidensweg vielleicht verkürzt werden, weil man nun weiß was man ausprobieren kann.
in meinem fall wurde mir ein pulver in die hand gedrückt und gut war. alles andere habe ich selber herausgefunden oder mir erzählen lassen.

liebe grüße
sandra


Melle

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5

Freitag, 20. März 2009, 15:04

Hallo Sandra,
bitte dran denken - und das trifft auch für jeden zu, der einen erkrankten Hund hat:

Blutprobe mit ärztlichem Befund nach Hannover zu Prof. Distl. Merkblatt kann hier in deutsch runtergeladen werden.
Sollte jemand das Merkblatt in englisch brauchen, hier ist der Link dazu.

Danke!

Melle
die weiß, daß mein mehrmaliger Hinweis auf die Blutprobe bestimmt irgendjemanden zum Hals raushängt
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6

Freitag, 20. März 2009, 15:44

exokrine Pankreasinssuffizienz


Hallo Sandra,

Vielen Dank für Deinen sachlichen Bericht und Deine Erfahrungen mit der exokrinen
Pankreas-Insiffizienz . Auch ich habe ihn mit Interesse gelesen !

Ich glaube, es gibt hier durchaus "Newbies" , die dankbar sind , von diesen Deinen Erfahrungen
zu hören. ;)

Grüße Gisela

7

Freitag, 20. März 2009, 15:55

ich hoffe du kannst es jetzt verstehen...

@chica ich hoffe du verstehst jetzt, das es sich in meinem fall nicht um schmalzerei und schleimerei handelte, sondern, das ich einfach sehr dankbar bin, das ich so liebe kompetente menschen getroffen habe, die mir dabei geholfen haben robert zu helfen!
deshalb hat mich deine bemerkung so sehr verärgert!

denk mal darüber nach.
sandra


8

Freitag, 20. März 2009, 17:19

hallo sandra, hut ab vor deinem engagement. nicht jeder hätte so um seinen hund gekämpft und trotz negativer äusserungen der tierärzte nach alternativen gesucht. finde ich bewundernswert. ich möchte nicht wissen, wieviele menschen ihren hund aufgegeben hätten.

robert dankt es dir mit gesundheit und energie. knuddel den kleinen kämpfer ganz lieb von mir - toll gemacht, ihr zwei!

lg nicole

9

Samstag, 21. März 2009, 11:07

Hallo,
ich danke dir wirklich herzlich für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht! :645:

Mein Hund hat auch diese Krankheit nur ist sie bei ihm nicht so extrem ausgeprägt. Meiner bekommt seine Enzyme erst kurz vor dem Fressen ins Futter und kommt damit gut zurecht. (ich erzähle das jetzt nur weil ich sagen will wie unterschiedlich es ausfallen kann)
Ich freue mich für euch dass ihr endlich einen Weg gefunden habt wie es Robert besser geht.
lg Betty

Melle

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10

Samstag, 21. März 2009, 11:37

Hallo Betty,
darf ich damit rechnen, daß Du die Blutprobe Deines Hundes auch bei Prof. Distl ablieferst?

Melle
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